Der Kampf der Federal Reserve gegen die Inflation könnte den heißen Arbeitsmarkt abkühlen und eine Stagflation riskieren

Die Federal Reserve erhöht die Zinssätze in dem Bemühen, die explosive Preisinflation des vergangenen Jahres zu entschärfen. Doch globale Kräfte könnten die Auswirkungen dieser Straffung der Geldpolitik neutralisieren und die Inflation hoch halten.

Einige Beobachter glauben, dass die US-Regierung die sich abzeichnende Inflationsgefahr falsch eingeschätzt haben könnte. Während der Pandemie verteilte „Uncle Sam“ historische Summen an Bargeld, um weit verbreitete wirtschaftliche Schäden abzufedern. Analysten zufolge führte dieser Stimulus zu einer hohen Sparquote der Haushalte. Es folgte ein Boom bei der Nachfrage nach langlebigen Gütern.

Dieser Nachfrageschub kam zustande, als die globalen Lieferketten ins Stocken gerieten, und es folgte ein anhaltender Inflationsschub. Im März 2022 stiegen die Preise über alle Kategorien hinweg auf ein historisches Niveau von 8,5 % im Jahresvergleich. Laut einer Umfrage der New Yorker Federal Reserve glauben die Anleger, dass der Preisanstieg noch nicht vorbei ist.

„Die einzige Möglichkeit, die außer Kontrolle geratene Inflation zu bremsen, ist eine sehr straffe Geldpolitik“, sagt Richard Fisher, ehemaliger Präsident der Federal Reserve Bank of Dallas. „Das verlangsamt die Dinge, weil alles teurer wird.“

Die heutige Inflation schraubt sich jedoch nicht so in die Höhe wie in der jüngsten Vergangenheit. Von 1965 bis 1982 schnellte die Inflation in die Höhe und erreichte zeitweise zweistellige Werte. Im Jahr 1979 leitete die Zentralbank unter ihrem Vorsitzenden Paul Volcker einen Straffungszyklus ein, der zu Zinssätzen von fast 20 % führte.