Großes Geschworenengericht untersucht, ob Trump bei dem Versuch, die Wahl in Georgia zu kippen, gegen das Gesetz verstoßen hat

US-Präsident Donald Trump nimmt an einer Wahlkampfveranstaltung der republikanischen US-Senatoren David Perdue und Kelly Loeffler vor der Stichwahl im Januar teil, bei der es um die Kontrolle des US-Senats geht, in Valdosta, Georgia, USA, 5. Dezember 2020.

Die Sonderjury, die gegen den ehemaligen Präsidenten Donald Trump wegen möglicher krimineller Einmischung in die Präsidentschaftswahlen in Georgia 2020 ermitteln soll, wurde am Montag nach einem Auswahlverfahren, das weniger als 90 Minuten dauerte, eingesetzt.

Die Untersuchung der Grand Jury in Atlanta wird von einigen Beobachtern als die größte Bedrohung für eine strafrechtliche Verfolgung angesehen, der Trump derzeit ausgesetzt ist.

Während er noch Präsident war und darauf wartete, dass der Kongress den Sieg von Präsident Joe Biden im Wahlmännerkollegium bestätigte, forderte Trump in einem Telefongespräch am 2. Januar 2021 den Staatssekretär von Georgia, Brad Raffensperger, auf, für ihn genügend Stimmen zu „finden“, um Bidens Sieg in diesem Staat zu kippen.

Dieses Telefongespräch – und Kontakte anderer Personen mit dem Generalstaatsanwalt des Bundesstaates und einem führenden Bundesstaatsanwalt in Georgia – werden im Rahmen der strafrechtlichen Ermittlungen untersucht. Der Bezirksstaatsanwalt von Fulton County, Fani Willis, leitet die Ermittlungen.

Die Auswahl der Geschworenen begann am Montagmorgen im Gerichtsgebäude von Fulton County in der Innenstadt von Atlanta.

Insgesamt wurden 200 potenzielle Geschworene für das Auswahlverfahren vorgeladen. Aus dieser Gruppe wurden 23 Geschworene und drei Stellvertreter für das Gremium ausgewählt, das bis zu einem Jahr lang tagen kann.

Die Grand Jury, die befugt sein wird, Zeugen vorzuladen und Beweise zu beschaffen, wird erst im nächsten Monat mit der Aufnahme von Zeugenaussagen beginnen. Diese Verzögerung gibt den Geschworenen Zeit, ihre Termine zu planen und bis zu den Vorwahlen im Bundesstaat am 24. Mai zu warten. Raffensperger und andere potenzielle Zeugen stehen auf dem Stimmzettel.

Das Gremium wird nicht befugt sein, Anklagen zu erheben, kann aber Empfehlungen an Willis bezüglich der Strafverfolgung aussprechen.